Quer durch Neuseeland Teil II: Roadtrip leichtgemacht

Mit dem Round The World Ticket der Star Alliance reisen Anne und Clemens um die Welt. Im zweiten Teil ihrer Übersicht zu einem Roadtrip durch Neuseeland erklären die beiden Euch wichtige Dinge, die Euch vor Ort einiges vereinfachen werden. Im Freien schlafen? Essen gehen oder selbst kochen? Wie planen wir die Zeit richtig? Anne und Clemens haben die Antworten für Euch.

Schlafen: Und, wo halten wir heute?

Wo genau kann man denn eigentlich mit einem Wohnwagen bzw. Campervan in Neuseeland schlafen? Eine Frage, die wir uns das erste Mal an unserem ersten Tag in unserem Adam gefragt haben. Wir hatten keine Ahnung. Die nette Frau von der Autovermietung hat uns noch kurz vor unserer Abreise einen ganzen Stapel an Broschüren mitgegeben. Mit dabei waren unter anderem auch Prospekte von Holiday Parks und sogenannten DOC-Campingplätzen.

Was sind DOCs?

DOC ist die Abkürzung für das Department of Conservation, eine Behörde, die sich im gesamten Land für den Naturschutz einsetzt und über 200 Zeltplätze gegründet hat. DOC-Campingplätze funktionieren so: Die einzelnen Zeltplätze sind in sechs Kategorien eingeteilt, nämlich Basic, Standard, Scenic, Serviced, Great Walk Campsites und Backcountry Campsites. Für uns kamen jedoch nur die folgenden vier Kategorien in Frage, da diese diejenigen sind, die wir mit unserem relativ großen Campervan erreichen konnten:

Basic:

  • Ausstattung: Häufig gibt es hier nichts außer eine einfache Toilette
  • Lage: Wunderschön abgelegen
  • Kosten: Keine

Standard:

  • Ausstattung: Toilette, Wasser, Grill- und manchmal Feuerstellen, kalte Duschen, Picknicktische, Kochnischen und Mülleimer
  • Lage: Schön, aber nicht allzu idyllisch
  • Kosten: 8 NZ$ (ca. 5,10 EUR) pro Person pro Nacht

Scenic:

  • Ausstattung: Toilette, Wasser, Grill- und manchmal Feuerstellen, kalte Duschen, Picknicktische, Kochnischen und Mülleimer
  • Lage: Meist an bekannten landschaftlichen Sehenswürdigkeiten
  • Kosten: 13 NZ$ (ca. 8,30 EUR) pro Person pro Nacht

Backcountry:

  • Ausstattung: Toiletten, Wasser, Picknicktische, Kochnischen, Feuerstellen
  • Lage: Abgelegen, häufig braucht man einen Wagen mit Allradantrieb
  • Kosten: Abhängig von dem jeweiligen Zeltplatz

Wir haben versucht, meist einen Zeltplatz der einfachsten Kategorie zu finden, da diese einfach am idyllischsten und ruhigsten sind. Unser absoluter Liebling war der Zeltplatz am Lake Pearson.

Übernachtung im Holiday Park

Da wir in einem „self-contained“ Wohnmobil unterwegs waren, mussten wir fast alle zwei Tage (manchmal auch nur alle drei Tage) auf einen richtigen Zeltplatz, denn Abwasser und den Inhalt des Toilettenbehälters darf man nicht einfach in die Natur schütten. Außerdem konnten wir hier die große Batterie des Wagens aufladen, dessen Energie wir für die Heizung und das Licht in der Nacht brauchten. Es gibt mehrere richtige Zeltplatzanbieter in Neuseeland, doch wir waren immer auf einem Zeltplatz der Top 10 Linie. Diese befinden sich in allen Touristenorten, sind super sauber und verfügen über Duschen und Waschräume. Die Preise für eine Nacht variieren hier zwischen 42 NZ$ (ca. 27 EUR) und 55 NZ$ (ca. 35,30 EUR) pro Wagen.

Für alle Roadtrip- und Neuseeland-Neulinge, wie wir es sind: Es ist wirklich selten schwer, eine tolle Unterkunft zu finden. Ob ganz einfach oder mal ein bisschen luxuriöser mit Duschen, es gibt hier wirklich alles. Achtung: Ab und zu gibt es sogar am Straßenrand Schilder, auf denen darauf hingewiesen wird, dass in dem jeweiligen Gebiet auch „Freedom Camping“ erlaubt ist. Dann dürfen alle Wohnwagen mit eigener Toilette und Wasser einfach in der Wildnis stehen. Kleiner Tipp: Die App CamperMate ist eine tolle Hilfe, um schnell die nächste Unterkunft beziehungsweise den nächsten Stellplatz zu finden.

Einkaufen: Wer den richtigen Supermarkt wählt, der spart

Supermärkte gibt es so gut wie in jedem größeren Ort und natürlich in jeder Stadt. Dennoch sind Orte wie das Fjordland mit Milford Sound oder der Mount Cook Nationalpark und viele andere sehenswerte Orte relativ abgelegen. Daher ist es sinnvoll, kurz vor der Ankunft am jeweiligen Ziel noch einmal einen Einkauf zu machen. Wir haben einfach immer ein wenig auf Vorrat gekauft und haben alles, was am Ende übrig blieb, in das Gemeinschaftsregal von unserer Autovermietung in Auckland getan, so dass sich auch andere Reisende direkt mit Salz, Pfeffer und Co. ausstatten können.

Tipp: Meldet Euch unbedingt direkt für die Mitgliedskarte von der Supermarktkette Countdown an und sichert Euch Rabatte beim Tanken. Auch die Kette New World bietet auf fast jeden Einkauf Tankrabatt an. Also Augen auf bei der Supermarktwahl.

Kochen: So gut schmecken Nudeln in der freien Natur

Mit der warmen Tasse Kaffee in der Hand haben wir am ersten Morgen die Tür von unserem Camper Adam geöffnet und das erste Mal auf den Lake Pearson geblickt. Wahnsinn. Das Gefühl, die Natur sein Wohnzimmer und seine Küche zu nennen, ist unbeschreiblich. Wir haben uns direkt am Anfang der Reise vorgenommen, so oft wir können, im Camper zu kochen beziehungsweise an unserem integrierten Grill zu grillen. Das war die beste Entscheidung, die wir hätten treffen können.

Sei es das Frühstück am See, das Mittagessen im Nationalpark oder der Teller Nudeln bei einem Film im Camper, während es draußen regnet: Selbst zu kochen gibt der gesamten Roadtrip-Erfahrung noch einmal etwas ganz Besonderes.

Aktivitäten: Die Planung ist das A und O

Neuseeland ist nicht nur ein Bilderbuch-Roadtrip-Land, sondern auch ein wahres Aktivitätsmekka. Ob Bungeejumping, Fallschirmspringen, Gletscherwanderungen, Helikoperflüge oder eine der zahlreichen Wanderungen, Kayaken oder Canyoning – an jeder Ecke gibt es hier eine neue Aktivität, die unbedingt ausprobiert werden sollte. Wer allerdings, so wie wir, wenig Zeit in Neuseeland hat und viele Kilometer vor sich hat, der sollte es mit den Aktivitäten etwas entspannter sehen. Häufig nehmen die Aktivitäten den ganzen Tag ein und verplanen damit einen Tag, an dem man wieder viele Kilometer hätte fahren können. Hier also die goldene Regel: An einem Tag, an dem eine Aktivität geplant ist, wird nicht gefahren.

Wir haben so einiges geschafft:

  • Ein Tagesausflug nach Milford Sound mit Cessna-Flug und Bootsfahrt ab Queenstown
  • Eine Gletscherwanderung auf dem Tasman Gletscher im Mount Cook Nationalpark mit Helikopterflug
  • Eine Wanderung durch den Mount Cook Nationalpark
  • Der Besuch der Vulkanfelder in Rotorua
  • Die Maori-Nacht im Tamaki Village in Rotorua

Und das muss unbedingt ins Gepäck

Nach nur 13 Tagen auf den neuseeländischen Zeltplätzen und Straßen wissen wir jetzt, was das Wichtigste im Reisegepäck sein sollte, um das Roadtrip-Gefühl in vollem Gange auffahren zu lassen. Also, Koffer oder Rucksack auf:

  • Musik: Bloß nicht das AUX-Kabel vergessen
  • USB-Adapter für den Zigarettenanschluss
  • Externe Ladeakkus/Powerbank
  • DVDs
  • Taschenlampe
  • Kaffeeplunger/French Press

Und jetzt heißt es: Los geht’s! Die Straßen von Neuseeland warten schon!

4 Kommentare

  1. Sehr schön und mit Einblicken ins Persönliche. Das Waretn auf Teil 2 hat sich gelohnt.
    Ich habe den Eindruck, von diesem umfassenden Roadtrip durch Neuseeland kann man sich leiten lassen.
    Aber wer oder was sind Kaffeeplunger?

  2. Hallo! Kaffeeplunger ist nur ein anderer Begriff für eine French Press, mit der man Kaffee machen kann 🙂

  3. Hallo!
    Könntet Ihr denn was über das Angebot an Motels oder Hotels am Wegesrand sagen. Camping oder Caravaning scheint aber ja das Nonplusultra zu sein. 😊
    Viele Grüße und weiterhin eine gute Reise.
    Dirk

    • Hallo Dirk! Wir haben leider nie in einem Motel geschlafen, hatten aber für die erste Nacht ein Hostel und für die letzte ein Hotel, das sich direkt in Flughafennähe befand und sogar morgens einen kostenlosen Shuttle angeboten hat. Ansonsten sind die Hostels in Neuseeland wirklich gut und haben meist eine eigene Reiseagentur integriert, was das Buchen von Kurztrips oder Tagestouren einfacher macht. Und ja, dennoch: mit dem Wohnmobil durch Neuseeland fahren ist ganz sicher eine einmalige Erfahrung!

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