Gegensätze erkunden: Panama City & Bocas del Toro

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Man könnte es sich einfach machen mit Panama. Man könnte sagen „Oh, wie schön ist Panama“ und dann ein paar Bilder hinzufügen und fertig. Glücklicherweise ist das Land jedoch so viel mehr als „nur“ schön. Es ist gegensätzlich, vielfältig und beeindruckend – mit wilder Natur und Panama City als chaotischer Hauptstadt.

Oh, wie vielfältig ist Panama City!

Die Hauptstadt des mittelamerikanischen Landes ist auf den ersten Blick chaotisch, voller Baustellen und Verkehr, in einem Wort also: laut. Nicht umsonst wird die Metropole als „Dubai Mittelamerikas“ bezeichnet, was sie vor allem den Einnahmen aus dem Panamakanal verdankt. Auch wenn Panama City am Anfang überfordern kann, fand ich die Stadt ideal zum Ankommen, denn nach einem langen Flug gibt es nichts Besseres, als sich direkt ins Treiben einer unbekannten Metropole zu stürzen.

Erste Station: Raus aus dem Chaos und rein in die romantische Altstadt Casco Viejo, die zu Fuß entlang des Hafens mit einem kurzen Zwischenstopp am Fischmarkt zu erreichen ist. Hier, zwischen denkmalgeschützten Kolonialbauten und schmalen Gässchen, geht es wesentlich ruhiger zu als im Rest der Stadt. Tagsüber eher verschlafen, eignet sich die Altstadt prima, um die vielen schönen Bauten zu bewundern und für einen Eiskaffee in die Cafés einzukehren. Am Abend öffnen schicke und moderne Restaurants oder Bars ihre Türen und überall dringt Musik heraus. Doch vor allem sollte man hoch hinaus und mit einem Cocktail in der Hand die nächtliche Skyline der Stadt überblicken.

Zweite Station: Das naturwissenschaftliche Biomuseo in Panama City. Es liegt direkt am Panamakanal und ist alleine schon aufgrund seiner sehenswerten Architektur einen Besuch wert. Von einem Freiraum-Atrium mit angeschlossenem Café, beide öffentlich zugänglich, geht es ab in verschiedene Galerien, die nach wie vor erweitert werden: Im „Panamarama“ kann man das Ökosystem des Landes multimedial erleben und im darauffolgenden Ausstellungsraum wird erklärt, warum Panama als „lebende Brücke“ zwischen Nord- und Südamerika fungiert und somit ausschlaggebend ist für den Austausch von Spezies zwischen diesen Kontinenten. Wer Panamas Biodiversität verstehen möchte, sollte das Museum definitiv auf die Liste setzen – außerdem fand ich es schön, danach noch etwas entlang des Panamakanals spazieren zu gehen.

Apropos: Wer die Schleusen besuchen möchte, sollte zu den Miraflores Locks fahren. Ein Taxi von der Altstadt dorthin kostet je nach Verhandlungsgeschick rund zehn US-Dollar. Damit sich das auch lohnt und man die riesigen Containerschiffe beobachten kann, ist es am besten, am Morgen hinzugehen oder ab dem frühen Nachmittag – und den Besuch eventuell mit einem Abendessen mit Blick über den Kanal zu verbinden.

Tipps für Panama City

Von der Stadt zum Archipel – ab nach Bocas del Toro!

Mit dem Übernachtbus, der am Albrook Busterminal gegen 18 Uhr startet und am nächsten Morgen gegen 6 Uhr in Almirante ankommt, geht es angenehmer und bequemer als vermutet von der Stadt in die Natur. Von Almirante auf dem Festland aus ist es dann nur noch ein Katzensprung – genauer gesagt eine Bootsfahrt – nach Isla Colon, der Hauptinsel des Archipels Bocas del Toro. Ich fand dieses letzte Stück der Anreise besonders schön, da das Boot in stockdunkler Finsternis ablegte und mit den ersten Sonnenstrahlen die Hauptinsel Colon anfuhr. Hallo Paradies!

In Bocas Town ist viel los, das vorweg. Hier liegt Hippieflair in der Luft, die karibischen Häuser sind bunt angestrichen, auf den Straßen fahren Touristen und Einheimische mit Fahrrädern entlang. Sightseeing-Touren und Hotels gibt es ohne Ende; außerdem ist die Insel bekannt als Surferparadies! Wer touristischen Trubel und Party mag, sollte bleiben. Wer lieber auf etwas abgelegenen Dschungelpfaden wandern möchte und Ruhe bevorzugt, sollte es mir gleichtun und mit dem Boot auf die Nachbarinsel Bastimentos fahren. Dort warten eine immens grüne Natur und wunderbar wilde Strände.

Direkt am schönen und sauberen Red Frog Beach auf der Insel Bastimentos liegt die Unterkunft Palmar, die nachhaltigen Prinzipien folgt, um den Regenwald der Insel zu schützen. Umgeben von den faszinierendsten Dschungelgeräuschen – Brüllaffen, Zikaden, Vogelgezwitscher –  und dem Wellenrauschen der karibischen See, fühlte ich mich hier wirklich angekommen. Übernachtet habe ich in einem Glamping-Zelt, welches zwar einfacher gestaltet war als die Zimmer und Suiten der Anlage, doch dafür konnte ich vollkommen in die Natur abtauchen.

Es ist ein Traum, einige Tage auf Bastimentos zu verbringen, dessen Nationalpark als „Galapagos des Nordens“ bezeichnet wird. An Aktivitäten mangelt es nicht: Yoga, Schnorcheln und Tauchen mit möglicher Sichtung von Schildkröten und Haien, Dschungeltouren, Zip-Lining, die Organic Farm Up in the hill, … so viel ist hier möglich! Genauso wie den lieben langen Tag nichts zu tun, außer die Füße im Sand zu vergraben, Kokosnüsse auszuschlürfen und nach den roten Fröschen Ausschau zu halten.

Tipps für Bocas del Toro

Übrigens: Es ist auch möglich, von Panama City direkt nach Bocas del Toro zu fliegen. AirPanama fliegt vom internationalen Flughafen Tocumen sowie von der Fernbusstation Albrook Richtung Archipel.

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